Rumänien

Besuch in Mediasch

Gleich in der zweiten Schulwoche, vom 19.9 bis 26.9, gefühlt noch in den Ferien, ging es für die Klasse 10D gleich wieder in die Ferne. In ein Land, das für alle 23 Schüler/innen und die zwei Lehrer (Herr Stark, Herr Hölzel) noch fremd war.

Schon die Anreise war ein Abenteuer, durch kleinere Probleme bei den Kontrollen (nur Sprengstoffspuren an der Kleidung und ähnliches) und die Tatsache, dass manche noch nie zuvor geflogen waren. Groß war die Wiedersehensfreude in Mediasch nach über 3 Monaten. Die ganze Woche war außergewöhnlich und viel zu kurz, und doch waren manche Aktionen spannender als andere. Am Dienstag wurden wir von einem rumänischen Schüler selbst durch die evangelische Kirche in Mediasch geführt, und anschließend von dessen Mutter über die gewaltige Orgel ansprechend informiert. Exklusiv spielte sie uns Ausschnitte aus dem wahrscheinlich bekanntesten Orgelstück der Welt, komponiert von Johann Sebastian Bach, und aus dem „Phantom der Oper“ vor.

Anstrengend und nichts für Leute mit Höhenangst war der Aventura Parc in Kronstadt. Ein Waldkletterpark vom feinsten, mit leichten und schweren Strecken, für jeden etwas dabei. In kleinen Gruppen ging es in die Höhe, so dass niemand alleine und immer jemand zum Helfen zur Stelle war. Und am besten sind ja immer noch die Seilbahnen. Eine davon ging sogar über einen See.

Zur Freude aller Shopping-Freaks und auch allen anderen besuchten wir zwei Malls, eine gigantische in Brasov am Mittwoch, und eine nicht ganz so gigantische in Hermannstadt am Samstag.

Beide sind allerdings im Vergleich zu den Einkaufszentren in unserer Nähe deutlich größer, und auch besser ausgestattet, mit eigenem Kino, Supermärkten, und viel mehr.

An nichts fehlte es. Außer an Zeit. Sehr spannend war das Schloss Bran, alias ‚Das Dracula Schloss‘, in welchem der echte Dracula (nicht der Mythos) vermutlich gelebt hat. Eine etwas gruselige Atmosphäre war noch spürbar. Auch das Schloss Peles in Sinaia war sehr imposant, mit über 160 Zimmern, unter anderem ein Theater, ein Konzertsaal, Kronleuchtern und vielem mehr.

Zitat Lehrer: „Das ist das tolle bei so etwas. Wir planen das offizielle Programm und ihr das inoffizielle danach.“ Und so war es auch. Nachdem wir von den Lehrern in die Freiheit entlassen wurden ging es immer erst so richtig los.

Jede freie Minute wurde zusammen im Stammcafé verbracht (das sogar bei den Lehrern beliebt war), gefeiert, und und und… An einem Abend hatten die Rumänen eine Sporthalle gemietet, so dass gekickt werden konnte. Endstand des Abschlussspiels Rumänien gegen Deutschland 2:1. Heimspiele sind aber auch einfacher.

Ebenso einprägend und besonders war der Abschlussnachmittag. Zusammen mit allen, auch den Gastfamilien und Lehrern, wurde gegessen, gelacht und getanzt. Zuerst einige traditionelle rumänische Kreistänze, dann Paartänze, Partytänze und Choreographien. An diesem Nachmittag wurde nicht an Abschied gedacht.

Anders als am Montag morgen. Dort flossen die Tränen. Doch es war kein Abschied für immer. Alle gaben sich das Versprechen, sich so bald wie möglich wieder zu treffen. Mediasch liegt schließlich nicht am Ende der Welt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Austausch ein voller Erfolg war. Freundschaften fürs Leben wurden geschlossen, neue Erfahrungen gemacht, und sogar etwas gelernt. Wir sind als Klasse noch besser zusammengewachsen (wenn das überhaupt möglich war), und selbst die Lehrer waren (meistens) gut drauf. Für alle zukünftigen Klassen die diesen Austausch machen, will ich nur noch sagen: Rechnet damit mehr Essen zu bekommen als ihr schafft.

Ilayda Kohl